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4.5.07
Ach so - ganz vergessen: Die Fernsehtipps gehen erst einmal weiter unter "Meine Massenmedien und ich - Relativ persönliche Konsumiertipps". Bisher sogar täglich.

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21.4.07
Ich gebe zu, dass ich auf vielen Gebieten äußerst untalentiert bin. Man könnte mich in vielen Fällen und bei vielen Gelegenheiten als Versager bezeichnen, so hart das auch für mich klingen mag. Andererseits: Ist nicht jeder auf diversen Gebieten ein Versager? Trottelig bin ich hin und wieder auch.

Nun gut, genug der Selbsterniedrigung - andere Dinge kann ich andererseits nämlich richtig gut, und ich hoffe immer wieder, dass das alle minderwertig ausgeprägten Fähigkeiten einigermaßen ausgleicht.

Weil ich ganz und gar nicht gut singen kann, hatte ich meine Schwierigkeiten, Freunde von mir zu einem Karaokeabend zu überreden. Ich hatte so ungefähr zwei Jahre damit verbracht, sie zu fragen, ob sie denn nicht, und warum denn nicht, und es wäre doch ganz bestimmt ganz lustig, und Karaoke hätte doch auch viel damit zu tun, bewusst in der Öffentlichkeit zu scheitern. Aber es hatte keinen Sinn, und so übte ich ganz für mich allein immer und immer und immer wieder das Lied, mit dem ich meinen großen Auftritt haben wollte - nämlich "Bohemian Rhapsody" von Queen.

Durch Zufall hatte es sich dann doch ergeben, sich mit Freunden bei einem Karaokeabend der kritischen Masse auszusetzen. Zwei Lieder gesungen, beim ersten ausgebuht, beim zweiten überschwänglich gelobt worden. Ein gutes Ergebnis, fand ich.

Heute läuft wieder einmal "Deutschland sucht den Superstar", eine der meistgesehenen Karaokesendungen des deutschen Fernsehens. Gut, das Niveau ist deutlich höher als in einer dieser üblichen Karaokekaschemmen. Aber eines ist dieser voyeuristische Kram in der Tat - nämlich das öffentliche Zurschaustellen vom Versagen. Und das sehen wir doch alle sehr gerne, nicht wahr?

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19.4.07
Poker habe ich noch nie um Geld, Haus und Hof gespielt, was nicht nur daran liegt, dass ich kaum Geld, kein Haus und schon gar keinen Hof besitze. Meiner Großmutter habe ich zu ihrem Geburtstag Pokerchips und ein Kartenspiel geschenkt und (quasi als Event, wie es so schön auf neudeutsch heißt) passend dazu einen Pokerabend.

Anlass für das Geschenk war, dass meine Großmutter früher leidenschaftliche Pokerspielerin gewesen ist und auch heute noch auf DSF oder einem anderen Sportsender mit Begeisterung die Pokerübertragungen anschaut. Ich hatte mich bisher eigentlich immer darüber gewundert, ob es für diesen Sport, der doch eigentlich überhaupt keiner ist, überhaupt eine interessierte Zielgruppe gibt. Aber Poker ist anscheinend hoch im Trend. Onlinepoker. Pokern mit Freunden, Feinden, Bekannten und Arbeitskollegen. Und ob es immer noch diese geheimen und illegalen Pokertreffs in den Hinterzimmern verqualmter und versiffter Eckkneipen gibt?

Heute ab halb elf überträgt Pro Sieben zum vierten Mal "Die TV total Pokerstars.de-Nacht". Keine einzige der vorigen Sendungen habe ich vollständig gesehen, immer habe ich hineingezappt, kurz zugeguckt und mich dann gefragt, wer dabei überhaupt zusieht. Ist das so spannend, irgendwelchen Menschen beim Pokern zuzusehen? Nö, dachte ich mir immer wieder. Ist es nicht.

Der Pokerabend mit meiner Oma steht leider immer noch aus, aber ich freue mich schon jetzt darauf. Im Fernsehen übertragen wird er Gott sei Dank nicht.

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18.4.07
Nebenbei hatte ich mir die Pilotfolge zu "Weeds" angesehen, dieser neuen Serie, die heute von 22 Uhr 10 an auf Pro Sieben läuft. Eine Mutter verkauft Drogen in einer Kleinstadt, um ihr Leben zu finanzieren. Nun ja, ich fand es nicht ganz so berauschend, was jedoch auch einfach nur daran gelegen haben mag, dass ich mich wieder einmal mit tausend anderen Dingen abgelenkt habe.

Habe vielleicht Zeitung gelesen.

Werde im Internet gesurft haben.

Vielleicht habe ich telefoniert?

Oder ich habe gedöst.

Wie auch immer: Vielleicht sollte ich der Serie noch einmal eine Chance geben. Vom Grundplot her klingt "Weeds" nämlich gar nicht so schlecht.

Die erste Folge hatte einen Marktanteil von zwölf Prozent in der Zielgruppe, eine Woche später waren es nur noch 10,6 Prozent. Und diese Woche? Werde wenigstens ich zuschauen - was jedoch die Einschaltquote nicht steigern wird, weil ich (leider, leider) kein Gerät der GfK mein Eigen nennen kann. Wäre aber schon sehr schön, wenn ich solch ein kleines Umfragegerät hätte. Vielleicht würde es dann aber doch auffallen, wenn ich 24 Stunden lang das "Deutsche Wetter Fernsehen" laufen lassen würde, nur um zu schauen, ob dieser Sender dadurch mehr Beachtung finden würde.

Ich interessiere mich nun einmal für Wetter, könnte ich den Meinungsforschern antworten, wenn sie einen Kontrollanruf vornehmen würden, um zu fragen, ob es sich bei meiner Programmauswahl nur um einen technischen Defekt handeln würde.

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17.4.07
An manchen Tagen läuft wirklich nur Schrott im Fernsehen. Heute zum Beispiel: nur langweiliger Kram. Und wer hat Schuld? Ich kenne mich zwar nicht mit Fußball aus, aber ich schätze mal, dass es irgend etwas mit der Fußballübertragung um 20 Uhr 15 auf der ARD zu tun hat. Die anderen Sender haben anscheinend allesamt Angst vor diesem Ball, so wie ich früher Angst vor Bällen jeglicher Art hatte.

Okay, Sat 1 zeigt die eigenproduzierte Liebeskomödie "Liebe auf Kredit" in deutscher Erstausstrahlung, aber Herzschmerzkrams aus deutschen Landen zwingen mich, dieses Programm weiträumig zu umzappen.

Was bleibt? "Extreme Activity" auf Pro Sieben ist ganz amüsant, aber trotz Grimme-Preis nicht immer das, was ich ertragen kann - nach Feierabend ist mir dieser Kindergeburtstag nämlich meistens zu laut.

An solchen Tagen wünschte ich mir, mich für Tennis oder andere Ballsportarten wie heute nun also Fußball zu interessieren.

Das Spiel ist sicherlich nicht schwierig zu kapieren.
Ich wäre ganz bestimmt ein anderer als ich´s jetzt bin.
Es wäre unbedingt ein Leben mit mehr Sinn.

Es ist schon seltsam, dass ich jetzt so etwas von mir lasse,
Gerade weil ich doch schon immer alle Ballsportarten hasse.
Doch ich muss meine alte Meinung revidieren:
Ich wünschte ich würde mich für Tennis interessieren.

Es ist besser, vor dem Stumpfsinn zu kapitulieren.
Ich wünschte ich würde mich für Tennis interessieren.


Ach ja. Das waren noch Zeiten. Mit diesem Lied von Tocotronic habe ich mir meine Abiturszeit versüßt - vor allen Dingen das mit dem Stumpfsinn und dem Kapitulieren hat mich in der Lern- und Prüfungszeit immer wieder auf die Beine gebracht.

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16.4.07
Seit gut einem Monat wohne ich jetzt am Rhein. Nett ist es hier, und nein, "Nett" ist nicht immer die Schwester von "Scheiße", wie jemand einmal behauptet hatte - wahrscheinlich war es Anke Engelke. Ich hatte auch ein Praktikum in einer anderen Stadt am Rhein, nämlich in Köln.

Köln war auch sehr, sehr nett. Eine wunderbare Stadt mit wunderbaren Menschen - genauso, wie diese Stadt, in der ich jetzt lebe. Nun ja. Es ist zwar nicht meine Wunschstadt gewesen, aber ich fühle mich hier (ja, ja und nochmals ja, ich wiederhole mich) sehr wohl.

Weshalb ich das erzähle? Heute startet RTL um 17 Uhr die neue werktägliche Serie "Ahornallee", die in Düsseldorf spielt. Der Zusammenhang zu meinem Geblubber: Düsseldorf liegt - na, liebe Geografie-Nieten? - auch am Rhein.

In Düsseldorf bin ich jedoch noch nie gewesen, doch als ich mein Praktikum in Köln gemacht hatte, hatte ich von den Kölnern (wen wundert´s?) nur Schlechtes über Düsseldorf gehört.

Von "Ahornallee" habe ich noch nichts Negatives gehört, aber ich vermute einmal, dass diese dailysoapähnliche Qualitäten aufweisen wird und deshalb ganz, ganz mies ist und ich sie mir deshalb auch nicht anschauen werde. Allein schon deshalb nicht, weil ich um diese Uhrzeit noch arbeite.

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15.4.07
Und überhaupt ist der Sonntag ein ganz schöner Tag: Man kann bis wasweißichwann rumgammeln, kann sinnlos seine Zeit vertrödeln, so lange an die Wand starren, bis sie die Farbe wechselt oder, jaja, fernsehen.

Am Abend ist es dann jedoch so, dass - klischeehaft ausgedrückt - die Erinnerung kommt. Dass man am Montag (verdammt!) wieder früh aufstehen muss. Nix mehr mit Rumgammeln, das gibt es erst wieder in fünf Tagen.

Anscheinend hat Vox an genau diese Das-also-war-das-schöne-Wochenende-Stimmung gedacht, als der Sender auf 23 Uhr den Dokumentarfilm "Der Untergang der Welt" gelegt hat. Darin werden vier mögliche Szenarien vorgestellt, wie das hier alles enden wird. Mal überlegen.

Möglichkeit Nummer 1: Godzilla pupst so viel Kohlendioxid aus, dass die gesamte Menschheit auf einen Schlag ausradiert wird.

Möglichkeit Nummer 2: Dämonen kämpfen um die natürlichen Ressourcen der Welt und machen vor nichts halt. Ach nein, Moment, das hört sich ein bisschen nach dem Mist an, den ich mir gestern nicht im Fernsehen angesehen habe.

Möglichkeit Nummer 3: Windows Vista gibt zeitgleich bei allen Usern mit einem Ausnahmefehler den Geist auf. Darauf folgt ein Massenselbstmord, weil wieder einmal nicht oft genug zwischengespeichert wurde und die Arbeit von sieben Stunden vernichtet war.

Möglichkeit Nummer 4: Ein riesiger Putzroboter aus einer fernen Galaxie nimmt die Mülltrennung zu ernst. Und ist auf der Erde eigentlich ein Grüner Punkt?

Wahrscheinlich wird es jedoch wieder auf Tsunamis, einen Asteroideneinschlag, einen Supervulkan oder einen atomaren Weltkrieg hinauslaufen. Wie langweilig.

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Was ich gestern alles nicht richtig im Fernsehen angeschaut habe: Zum Beispiel einen trashigen Science-Fiction-Film auf dem "Science Fiction Channel". Irgend etwas mit Dämonen, Monstern und einem Kampf um das Ende der Welt. Das Übliche halt. Nebenbei habe ich Zeitung gelesen, und natürlich stand auch dort das Übliche drin.

No alarms, no surprises.

Dann die letzten Minuten von "Deutschland sucht den Superstar". Nun gut, man will halt informiert sein. Ein paar Minuten "Schlag den Raab". Währenddessen: "Vanity Fair" gelesen. Ich kann wirklich nicht verstehen, weshalb diese Zeitschrift zu Beginn so schlechte Kritiken bekommen hat, ich fühle mich immer ganz gut unterhalten. Gut, über den einen, anderen konservativen Artikel und das Editorial rege ich mich hin und wieder auf. Aber sonst?

Auf "Cartoon Network" eine Zeichentrickserie ertragen, die irgendwie "Die Zeitbande" oder so ähnlich heißt. Es ging um Gutenberg, Zeitreisen und einen homosexuellen Roboter - eine wunderbare Kinderunterhaltung halt. Fast hätte ich davon Kopfschmerzen bekommen, so unerträglich war das. Ich war jedoch schon so müde, dass ich es nicht mehr schaffte, einen Knopf auf der Fernbedienung zu drücken und zu flüchten. Dieser Mist war die einzige Sendung, die ich von Anfang bis zum Ende halbwegs mitbekommen habe.

Manchmal denke ich, dass ich zu viel nicht fernsehe.

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