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20.9.01
It´s raining men
("Ey Click!" - Der unregelmäßige Surftipp. Unerwartet neu.)

"I feel safe in New York City", sang die Band AC/DC. Und jetzt singt sie es nicht mehr - jedenfalls nicht auf vielen amerikanischen Radiosendern.

Eine Liste mit über 150 Liedern, die der akurate Radio-DJ von Welt nicht mehr spielen sollte, hat die Firma "Clear Channel Communications" herausgegeben. Darunter auch "Walk like an Egyptian" von den Bangles, Nenas "99 Luftballons" und "Jump" von Van Halen. Hier die vollständige Liste.

Des weiteren berichtet SPIEGEL ONLINE, dass das Lied "It´s raining men" von Geri Halliwell in Großbritannien nicht mehr im Radio gespielt werden dürfe.

Makaber, wenn man sich überlegt, was in den Köpfen der Zensoren vor sich gegangen sein wird. "It´s raining men?", werden sie sich gedacht haben. "Irgendwie können wir das nicht senden. Denkt doch mal an die Menschen, die aus dem World Trade Center gesprungen sind." Nun ja.

Nachtrag: Ich höre gerade "Burn Baby Burn" von Ash. Das dürften US-Radiostationen wohl noch spielen.

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19.9.01
Skandal! War Microsoft eingeweiht?
("Ey Aktuell!" - Die aktuelle Nachricht. Immer wieder neu.)

Wie Sean schon berichtet hatte, kann man mit der Schriftart "Wingdings" eine recht merkwürdige Verschwörungstheorie herleiten.

Etwas noch Erschreckenderes kommt bei den Typographie-Experimenten heraus, wenn man die Abkürzung von New York City (NYC) in der Schrift "Wingdings" eingibt: Ein Totenschädel, ein Davidstern und ein Daumen nach oben tauchen auf.

Zufall? Oder wusste Microsoft von den Machenschaften der Terroristen und hieß sie womöglich sogar für gut? Unglaublich, aber wirr.

Ob die Verschwörungstheoretiker nun auch Microsoft in ihr Netz dubioser Ideen einbeziehen, neben der Zahl 23 (die Quersumme vom 11.09.2001 ist 23) und der gefälschten Nostradamusverse?

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12.9.01
Seit gestern hänge ich fassungslos und fast ununterbrochen vor dem Fernseher. 1993, kurz nach dem ersten Anschlag auf das World Trade Center, war ich mit meinen Eltern in New York. Es fand gerade eine Gartenausstellung im WTC statt, und wir haben im Kellergeschoss eines der Gebäude bei McDonalds gegessen. Das sind meine Erinnerungen daran, ich war damals 15 Jahre alt.

Und was kommt jetzt? Sollte ich vielleicht doch einen größeren Essensvorrat einkaufen gehen? Nicht, dass ich an diese wirren, angeblichen Vorhersagungen von Nostradamus glauben würde, dass der Dritte Weltkrieg just in diesem Moment ausbrechen würde - aus diesem Alter bin ich längst heraus gewachsen, in welchem ich an solch einen Quatsch glaubte. Ich habe früher ein kommentiertes Buch dieses Esoterikspinners gelesen, doch in diesen Beschreibungen stand noch nichts davon, dass der Dritte Weltkrieg genau so ausbrechen werde.

Denn eigentlich sollte er nach einer Interpretation längst schon über die Welt gebrochen sein, nämlich im Jahr 1999. Mit einem "überraschenden Überfall der russischen Armee auf Mitteleuropa, nachdem unmittelbar vorher eine gewisse Entspannung die Hoffnung auf Frieden aufkommen ließ".

Man kann eben viel in die kryptischen Zeilen des Science-Fiction-Autors Nostradamus hineinlesen. Eine Zukunft sagen die Verse jedoch beim besten Willen nicht voraus. Aber es ist halt immer so, wenn etwas Schreckliches passiert: Etliche Menschen flüchten in Aberglaube und Okkultismus.

Und eigentlich mag ich zynische Bemerkungen, aber Äußerungen von New Yorkern á la "Zu viel Stress, ich bin reif für New Jersey" und Ähnliches finde ich wirklich nicht sehr passend. Doch wahrscheinlich ist dieses Handeln nur ein Schutzschild, das sie sich gegen das Erlebte aufbauen.

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10.9.01
Hinterland
("Ey Lyrik!" - Das unregelmäßige Gedicht. Unerwartet neu.)

Weit, weit weg, noch vor der Fabrik
Draußen vor der Stadt
Traurige, wütende Menschen – abgegrenzt
Und wieder solch ein Dorf, das leider nur sich selber hat

Draußen auf dem Dorf
Weit hinter der Stadt
Wolken, nichts als Wolken – ansonsten Leere
Soll es doch froh sein, dass es wenigstens den Himmel hat

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8.9.01
Schrank sei Dank
("Ey Welt!" - Die wöchentliche Kolumne. Erscheint zwischen Montag und Sonntag.)

Ich habe nichts gegen Schweden, weder gegen das Land, noch gegen dessen Bewohner. Ganz bestimmt ist es dort friedlich, da, wo sich Elch und Schwede eine gute Nacht wünschen. Und schon gerate ich ins Träumen.

Ein schöner, ruhiger Wald, irgendwo zwitschern Vögel. Es ist angenehm warm. Ein Eichhörnchen huscht einen Baum hinauf, eine Wildkatze schleicht durch das Dickicht. Und dann sehe ich sie beide, den Elch und den Schweden. Der Elch hat gerade sein vorderes, rechtes Beinchen angehoben, um es dem Menschen zu reichen, und eben in diesem Moment will er seine Stimme erheben, um „Gute Nacht, lieber Schwede“ zu röhren.

Doch plötzlich verwandelt sich mein liebreizender Traum in einen finsteren Albtraum – mein Ikea-Schrank taucht in ihm auf, völlig unerwartet. Und dann steht er da, klapprig wie er ist und kurz vor dem Auseinanderfallen. Eine seiner drei Schiebetüren ragt erschreckend schief nach vorne. Elch und Schwede sind vor Angst längst weggelaufen, als sich der Schrank zu entschuldigen versucht. „Oh“, sagt er, „habe ich etwa schon wieder etwas falsch gemacht?“

Ja, das hat er wohl. Überhaupt habe ich eine Stinkwut auf diesen schwedischen Schiebetürschrank, denn seitdem ich ihn habe, habe ich permanent etliche Beulen an meinem Kopf, und verdammt viele blaue Flecken zieren meinen Körper.

Denn immer, wenn ich eine Hose oder ein Hemd oder zwei zusammen passende Socken aus ihm herauskramen möchte, scheint er etwas dagegen zu haben und wehrt sich gegen meinen angestrebten Angriff auf seine Innereien.

Es ist schon oft vorgekommen, dass mir oder meiner Freundin eine der drei Schranktüren entgegen gefallen ist, weil sie viel zu lose in dem schrecklichen Schrank stecken. „Glaubt ja nicht, dass Ihr heute frische Klamotten bekommt“, mag er bei seinen Attacken denken, „nicht mit mir!“

Unsere Wände im Schlafzimmer sehen auch schon recht zerschabt aus, weil die Türen aus der Ikea-Billigproduktion unglaublich oft herausfallen und die Tapete dabei demolieren. Ein Kleinkrieg ist das - wir gegen den Schrank.

Und vielleicht ist das ja auch die Erklärung dafür, weshalb manch ein Schwede leicht demoliert im Gesicht aussieht. Ikea hat Schuld, ganz sicher.

Aber wie gesagt: Eigentlich habe ich ja gar nichts gegen Schweden, weder gegen das Land, noch gegen dessen Bewohner. Einzig und allein gegen das schwedische Möbelhaus Ikea verspüre ich leichte Hassattacken. Aber das gibt sich schon wieder, ganz bestimmt.

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