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15.3.02
You don´t want to know Jack
("Ey Aktuell!" - Die aktuelle Nachricht. Immer wieder neu.)

Bloß kein Geld mehr für Müll ausgeben. Bloß kein Geld mehr für Müll ausgeben. Bloß kein Geld mehr für Müll ausgeben. Diesen Satz drei Mal zur Strafe für eigene Blödheit aufzuschreiben, reicht nicht aus für das, was ich mir geleistet habe. Der Film "Jack-Point-Jack", den T-Vision als ersten deutschen, interaktiven Spielfilm marktschreierisch anpreist, ist seine 2 Euro 50 nämlich alles andere als wert.

Und interaktiv ist das nun wirklich nicht, liebe T-Visionäre. Ein knappes, halbes Dutzend Mal wird der Zuschauer gefragt, wie es weitergehen soll, und dabei endet jeweils eine der zwei Auswahlmöglichkeiten im regelrechten Exitus beziehungsweise in einer Entführung durch Außerirdische ohne Wiederkehr. Die Klappe fällt - Ende des Films und noch einmal von vorne angefangen. Das macht Spaß. Das macht Freude. Und, wie eben gerade schon einmal bemängelt: Das ist alles andere als ein Film mit interaktiver Handlung, weil es eben nur einen wirklich richtigen Weg zum Schluss mit Happy End gibt. Dazu noch extrem schlechte Schauspieler (der Hauptdarsteller ist der Sänger der zu Recht vergessenen Kapelle "SCYCS" und wohl eher Sänger denn Schauspieler - wenn überhaupt), eine schlechte, weil kaum vorhandene Handlung, und die paar Minuten Film (schätzungsweise eine halbe Stunde) kann man keinesfalls einen "Spielfilm" nennen, höchstens ist das ein etwas längerer Kurzfilm.

Aber so ist das nun einmal mit neuen Dingen: Man will sie ganz einfach ausprobieren, allein aus dem Grund, dass sie neu sind. Und manchmal bekommt man nur wenig mehr als wenn man kräftig ins Klo gegriffen hätte.

Ansonsten, bis auf diesen 2-Euro-50-Wucher-Hammer, sind die Preise für T-Vision-Filme recht human - 50 Cent für knapp zehn Minuten lange Reportagen sind meines Erachtens ein angemessener Obulus, der zu entrichten ist - hoffentlich kommen noch interessantere Inhalte, für die es sich lohnt, Geld auszugeben.

Heute Abend überträgt T-Vision übrigens kostenlos ein Konzert von "Bro'Sis" und den "No Angels", das ich mir jedoch nicht einmal geschenkt antun werde. Lieber greife ich mehrere Male kräftig ins Klo. Das ist auch kostenlos, macht aber deutlich mehr Spaß als sich das Höllengejaule gecasteter Tunichtguts und Eigentlichgarnichtskönner um die Ohren wehen zu lassen.

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Stress! Stress! Stress!
("Ey Click!" - Der unregelmäßige Surftipp. Unerwartet neu.)

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9.3.02
Sabbersupermann sucht Sex
("KinderKramKomik" - Neues aus der Comicwelt. Kaotisch. Kurios. Kontraproduktiv.)

Superman ist ein Perversling, ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen. Und seine übermenschlichen Fähigkeiten geben ihm dafür natürlich die besten Voraussetzungen: Beispielsweise kann er mit seinem Röntgenblick durch Wände schauen, und am liebsten starrt unser lieber Clark Kent mit Sicherheit durch die Gemäuer der Mädchenumkleide seiner Highschool. Was Mama und Papa Kent wohl dazu sagen würden, wenn sie wüssten, was ihr außerirdischer Adoptivsohn in seiner Freizeit treibt?

Ganz so schlimm ist es jedoch noch nicht mit dem klugen Kryptonier gekommen, denn in der neuen Fernsehserie „Smallville“ hat er anfangs noch wenig Superkräfte und wird sich erst von Folge zu Folge bewusst, was für ein ganzer Kerl er doch ist. Und bis er die Sache mit dem Röntgen- und Ich-kann-in-die-Ferne-sehen-Blick gecheckt hat, benutzt er ein ordinäres Teleskop, um seine zukünftige Freundin Lana Lang zu bespannern. Pfui! Und mit welchem Elan er das betreibt, der außerirdisch-radioaktive Sabber läuft ihm aus den Mundwinkeln heraus und ätzt sich durch das Holzparkett des Fußbodens.

Und man kann schon jetzt, in der ersten Staffel der quietschig-bunten Teenieserie rund um unseren Super-Superhelden, ahnen, worauf das alles hinausläuft: Irgendwann nämlich wird er zum Stich kommen. Sex! Und nicht nur das: Supersex wird das, garantiert! Und Lana Lang, die beglückte Glucke, wird nahezu alle Talkshows Amerikas abklappern. „Hilfe! Ich hatte Geschlechtsverkehr mit einem siebenköpfigen Außerirdischen!“ könnte das Thema lauten, an der sich die quirlige Cheerleaderquasselstrippe beteiligen würde. Und natürlich erfährt sie glücklicherweise nichts von Clarks Geheimnis, das bleibt einer anderen Herzensdame vorbehalten. Wird wohl nichts mit den Daily-Talkshow-Tingeltangel-Besuchen, da hat die liebe Lana leider Pech gehabt.

Und irgendwann wird Clark Kent erwachsen, und dann wird der Fernsehzuschauer mitbekommen, wie das Superwesen die Kleinstadtidylle Smallville verlassen und in die gigantische, gefährliche Großstadt auswandern wird. Und natürlich wird das auch Konsequenzen für die Betitelung der Erfolgsserie haben, die aus unerfindlichen Gründen trotz schlechter Drehbücher, schlechter Schauspieler und schlechter Ausstattung in Amerika eine gute Einschaltquote erreicht. Ich selbst sehe sie mir aus unerfindlichen Gründen auch ganz gerne an – trotz alledem. Wenn Clark Kent nun also aus dem Kaff am Arsch der Welt fortzieht – werden die Drehbuchschreiber dann veranlassen, dass der Serientitel „Smallville“ in „Metropolis“ geändert wird?

Die Zukunft gehört Superman, doch bevor es soweit ist, dass er Loise Lane ehelicht, sollte er sich auch weiterhin allmorgendlich vor den Badezimmerspiegel stellen und seine Pickel ausquetschen. Denn auch Übermenschen sehen mit Mitessern und hügeliger Haut scheiße aus, da helfen auch die Superkräfte nicht. Pubertät kann wahrlich etwas Schlimmes sein, ob nun für einen Kryptonianer oder einen 08/15-Menschen.

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2.3.02
Bang! Boom! Bang!
"Ey Click!" - Der unregelmäßige Surftipp. Unerwartet neu.)

Und als ich vor kurzem wieder einmal nicht einschlafen konnte, fand ich ein gutes Gegenmittel dagegen. Schäfchen zählen war es nicht, das hat bei mir nämlich noch nie geholfen.

Erst hatte ich versucht, mich müde fernzusehen, aber diesmal schafften es die Wiederholungen der Nachmittagstalkshows nicht, mich ins Schlummerland zu verfrachten. Ein Blick auf mein Bücherregal brachte die Lösung.

"253 - Der U-Bahn-Roman" ist die wiederentdeckte Perle, die mich davon abhielt, stundenlang darüber zu sinnieren, weshalb ich denn nun nicht einschlafen kann. Und jetzt liegt dieses Buch nahezu ununterbrochen in greifbarer Nähe neben mir. Das Tolle an dieser Lektüre ist, dass man irgend eine Seite aufschlagen und loslesen kann - das ideale Buch zum Herumblättern.

Mit jeweils exakt 253 Worten beschreibt der Autor Geoff Ryman 253 U-Bahn-Passagiere. Wie sehen die Fahrgäste aus? Was machen sie gerade? Worüber denken sie nach? Und erschreckend, dass sie nicht wissen, was ihnen in wenigen Stationen passieren wird, wenn sie nicht rechtzeitig aus der U-Bahn aussteigen. Der Fahrer der Teufelsmaschine schläft ein, und die U-Bahn verunglückt. Bang! Boom! Bang! Das Leben ist nun einmal vergänglicher als man zu wissen glaubt.

"253" war, bevor es in Buchform erschien, ein Internetprojekt. Und dort gibt es den vollständigen Roman noch immer, zusätzlich dazu ist eine Fortsetzung mit 253 neuen, ganz normalen Mitmenschen in Planung. Wer wird sich aus der Unfalls-U-Bahn retten können? Wer wird den Tag nicht überleben? Wer ist sympathisch, und wem wünscht man den Tod an den Hals?

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