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31.7.03
Die taz berichtet über einen meiner Lieblingscomiczeichner - James Kochalka!

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28.7.03
Hilfe, ich bin nicht frisch!

Eine Ermahnung an die ideenwiederkäuende Filmindustrie


Vielleicht gibt es sie ja wirklich, diese mysteriöse Maschine. Hinter dem Hügel, auf den man neun große Buchstaben gepatscht hat - dort irgendwo müsste sie stehen. „HOLLYWOOD“, schreien einem die Buchstaben entgegen, „Recycling“, grunzt die mysteriöse Maschine.

*

Der wunderbaren Traumfabrik gehen die Ideen aus – und das nicht erst seit gestern. Anstatt etwas Originelles, Neues und vielleicht sogar Gewagtes in Auftrag zu geben, verlassen sich die verantwortlichen Filmstudios meist auf Altbewährtes. Weshalb ein Risiko eingehen, wenn die zweite, dritte, vierte Fortsetzung eines Erfolgsfilms mehr als genug Geld einspielt? Unter anderem haben dieses Jahr bereits „X-Men 2“, „Charlie´s Angels: Full Throttle“, „Dschungelbuch 2“, „Matrix: Reloaded“ und „2 Fast 2 Furious“ die Filmsäle der Multiplexkinos überflutet – alles Fortsetzungen von Filmen, die richtig viel Geld in die Sparschweine der Filmstudios klimpern ließen. Weitere zu erwartende Kassenschlager dieses Jahres sind „Terminator 3“, „Matrix Revolutions“, „Final Destination 2“, „Tomb Raider: The Cradle of Life“ und so weiter und so fort.

Der Seminarraum einer Filmhochschule. Das Thema der Veranstaltung: Fortsetzungen von erfolgreichen Kinofilmen. Einige Fortsetzungen seien besser als das Original, wird da in den Raum gestellt – als Beweise dienen „Terminator 2“, „Aliens 2“, „Das Imperium schlägt zurück“ und der zweite Teil von „Der Pate“. Ist doch eh nur eine Frage des Geschmacks, und über Geschmack lässt sich nun einmal nicht streiten, stellt ein anderer Diskussionsteilnehmer klar. Mitnichten! Bei Fortsetzungen geht es nur ums schnöde Geld, und niemand schert sich um die Qualität, behauptet ein weiterer Student. Und: Definitionsgemäß seien Fortsetzungen sowieso als schlechte Filme abzutun, erklärt ein Kommilitone.

Aufgussstuss

Der gewitzte Autor Kevin Williamson erfand diese fiktive Debatte für ein Drehbuch, an dem er herumwerkelte – nämlich für das Script der Fortsetzung von „Scream“. Wie selbstironisch! Eine Fortsetzung, die das leidige Thema von Fortsetzungen behandelt.

Und weil „Scream 2“ ebenfalls Erfolg hatte, musste die Welt nicht lange auf den dritten Teil warten. Und auf diverse Nachmachen. Und auf etliche Parodien dieses Horrorstreifens. Der dritte Teil der Persiflage „Scary Movie“ wird voraussichtlich noch dieses Jahr in die Kinos kommen, eine weitere Fortsetzung ist bereits für 2004 in Planung.

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Noch ein paar Stufen, und dann hat der erfolglose Autor sein Ziel erreicht. Nicht nach unten gucken, nicht nach unten gucken, guck bloß nicht nach unten. Ihm läuft der Schweiß über die Stirn, sein Toupet ist ihm verrutscht, aber der Aufwand ist es ihm wert. Und nur, weil er den Erfolg vor Augen hat, klettert er die gigantisch hohe, gefährlich wackelnde Leiter hinauf, die ungesichert an der mysteriösen Maschine lehnt. Bloß noch ein paar Sprossen! Und nicht nach unten gucken. Kurz zuvor hatte er eine beachtliche Summe an Geld in den Münzeinwurf geschoben, was die Maschine mit einem gegrunzten „Danke“ quittierte. Die Bearbeitungsgebühr wird der Erfolg schon wieder einspielen, denkt sich der Autor. Und er guckt nach unten. Unglaublich viele Meter über den Boden ist er die Leiter bereits hinaufgeklettert. Und dem Schreiberling wird schwindelig.

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Die Quellen, von denen Hollywood die Ideen klaut, sind unglaublich vielfältig. Zum einen gibt es diesen offensichtlichen Aufgussstuss mit den hohen Zahlen hinter den Filmtiteln – wenn das so weiter geht, könnte 2015 tatsächlich „Der Weiße Hai 19“ in die Kinos kommen, so, wie es die Zukunftsvision des Kinofilms „Zurück in die Zukunft 2“ prophezeit.

Dann die vielen Comicverfilmungen, zum Teil inklusive Fortsetzung. Spider-Man und X-Men 1 und 2. From Hell. The League of Extraordinary Gentlemen. Batman. Superman. Hulk. Die Fantastischen Vier. Sogar der gefräßige, gut gefüllte Kater Garfield soll Sommer nächsten Jahres auf die Leinwände gehievt werden. Was braucht man eigene Ideen, wenn es Comichefte gibt, die nur darauf warten, verfilmt zu werden?

Und dann die Remakes von amerikanischen Uraltfilmen. 2001 kam beispielsweise „Ocean´s Eleven“ ins Kino, eine Neuverfilmung des Originals von 1960. Und weil das Remake so erfolgreich war, gibt sich voraussichtlich kommendes Jahr der zweite Teil der Zweitauflage mit dem gar so originellen Namen „Ocean´s Twelve“ ein Stelldichein.

Widerstand ist zwecklos

Doch damit nicht genug des Ideenklaus. Denn Hollywood stiehlt auch im Ausland – so unter anderem den norwegischen Film „Elling“, in dem es um die Freundschaft zwischen zwei Männern mit psychischem Knacks geht. Bereits 2001, als der Originalfilm in die Kinos kam, mutmaßte das Onlinemagazin „Filmspiegel.de“: „Wäre dieser Film in Hollywood gedreht worden, so wäre das Resultat zweifellos von erschreckender Plattheit. Jede Form von Nicht-Normalität würde sicherlich ohne Rücksicht auf den guten Geschmack hemmungslos ausgenutzt für derbe Scherze.“

Die veramerikanisierte Fassung erscheint vermutlich nächstes Jahr, und dann wird sich zeigen, wie platt die US-Version wirklich ausfallen wird. Ebenfalls neu wird der französische Film „Taxi“ gedreht – mit der Rapperin Queen Latifah als Hauptdarstellerin. Außerdem kam vor einem Jahr die Neufassung des japanischen Horrorfilms „The Ring“ in die US-Kinos - Widerstand ist zwecklos, etliche Filme werden assimiliert.

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Der Autor hat es geschafft. Endlich steht er auf dem Dach der mysteriösen Monetenmachmaschine, die jedes Drehbuch auf seine Massentauglichkeit und Gewinnmaximierung überprüfen muss, bevor auch nur ein Millimeter Film belichtet wird. Mit zittrigen Händen führt der Autor sein Script in den dafür vorgesehenen Schlitz ein. Die mysteriöse Maschine saugt es mit einem lauten Zischgeräusch auf, schleckt sich danach mit ihrer pelzigen Zunge über die Öffnung und grunzt: „Dann mal schauen, was wir hier haben.“

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Am Dreistesten, möglichst berechenbar und unoriginell Geld zu machen, ist die Art und Weise, wie Steven Spielberg und George Lucas mit ihren Filmklassikern umgehen. 2002 kam eine Neuversion von „E.T. – Der Außerirdische“ in die Kinos, digital aufgemotzt und leicht verändert. So halten die Polizisten beispielsweise keine angsteinflößenden Waffen mehr in ihren Händen, sondern harmlose Walkie-Talkies. Ähnlich verfuhr George Lucas 1997 mit der Krieg-der-Sterne-Trilogie. Neue Szenen. Neue Spezialeffekte. Neues Geld.

Die Zeichentrickserie „South Park“ machte solche Filmveränderungen in der Folge „Free Hat“ zum Thema, in der die Schüler Kyle, Tweek, Stan und Cartman gegen dieses Filmfrisieren ankämpfen. „Warum lassen sie die Filme nicht so wie sie sind?“, fragt sich Kyle. „Wir mochten sie so, wie sie waren.“ Daraufhin Tweek: „Seht ihr nicht, was das bedeutet? Alle unsere Lieblingsfilme werden verändert und aktualisiert, bis wir sie nicht mehr wiedererkennen.“

Personen mit politischen Unstimmigkeiten

Kurz zuvor hatten die Freunde einen Trailer für die aufgepeppte Version des Kriegsfilms „Saving Private Ryan“ von Steven Spielberg gesehen, in dem die Soldaten ebenfalls Walkie-Talkies mit sich schleppen anstatt Maschinengewehre und Pistolen – genauso wie in der veränderten „E.T.“-Version.

Und beim „Re-Re-Release“ des Films würde das Wort „Nazi“ durch „Personen mit politischen Unstimmigkeiten“ ersetzt. Beim „Re-Re-Re-Release“ vom Star-Wars-Film „Das Imperium schlägt zurück“ würde das Wort „Wookie“ mit dem Ausdruck „haarbehindertes Tier“ ausgetauscht sowie die gesamte Schauspielerschar digital in Ewoks verwandelt. Mit einem Filmfeinschliff noch einmal richtig Kohle vom zahlungswilligen Publikum absahnen – kostengünstiger geht es nun wirklich kaum noch.

Globalisierungskritiker Benjamin Barber bemerkte diese Wagnislosigkeit der Filmbranche bereits 1998 in seinem Aufsatz „Wie demokratisch ist das Internet?“, in dem er kurz vom eigentlichen Thema seiner Abhandlung abschweifte: „Der postmoderne Kapitalismus stellt sich außerhalb aller Natur und scheut das Risiko: er ist ganz und gar nicht unternehmerisch. Das bedeutet, dass Hollywood einem Megahit den Nachfolger mit demselben Strickmuster hinterherschickt, statt mit neuen künstlerischen Filmformen zu experimentieren; ... und daß das Fernsehen alles ablehnt, was ihm zu abwegig erscheint: politisch zu radikal oder zu reaktionär, zu religiös oder zu atheistisch, zu exzentrisch und abseitig und daher zu weit vom Mittelmaß entfernt, zu (ganz wörtlich zu nehmen) unpopulär.“

Und Fritz Göttler schrieb jüngst in der „Süddeutschen Zeitung“: „Dies ist ein Sommer, der zu stupide den zu simplen Formeln folgt, stöhnen die Kritiker. Die Storys sind enervierend dünn und die Autojagden unerträglich lang“. Glücklicherweise sieht Göttler ein Ende dieses Dilemmas: „Übertrumpfen ist die Devise, aber das Publikum scheint müde zu werden, angesichts der Monotonie auf der Leinwand. Erste Anzeichen gab es beim ‚Hulk’, ein Marvel-Comic, der als todsichere Sache galt, aber weit hinter den Erwartungen zurückblieb.“ Ebenfalls sei der Terminator nicht wirklich in Fahrt gekommen.

Nicht massentauglich!

Der deutsche Filmfinanzier Moritz Bormann, Produzent von „Terminator 3“, macht dafür unter anderem die „Dichte der Filme, die in diesem Sommer in die Kinos kommen“, verantwortlich – sie sei für den Markt einfach zu groß. „Ich glaube allerdings, dass die Ballung von Fortsetzungen in diesem Sommer bei den Zuschauern zu einem Ermüdungseffekt geführt hat“, sagte Bormann weiter im Interview mit dem „Spiegel“. „Hinzu kommt, dass sich das Publikum an computeranimierten Bildern satt zu sehen beginnt. Deswegen haben wir bei ‚Terminator 3’ auch auf klassische Spezialeffekte gesetzt. Die Autos, die durch die Luft fliegen, waren echt.“ Auf die Frage, ob Hollywood Angst vor neuen Filmstoffen habe, antwortet Bormann: "Bestimmt, denn mit denen ist immer ein weit höheres Risiko verbunden als mit einem bewährten Stoff, den man nur fortschreiben muss. Mut zum Experiment ist sicher nicht die herausragendste Eigenschaft amerikanischer Studiobosse."


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Dem erfolglosen Schreiberling laufen Tränen über das errötete Gesicht. „Nicht massentauglich“, grunzt die mysteriöse Monetenmachmaschine immer wieder. „Nicht massentauglich. Nicht massentauglich. Nicht massentauglich.“ Aus dem Schornstein der Maschine schießen Tausende an kleinen Papierschnipselchen und verteilen sich über Los Angeles und den gesamten Westen der Vereinigten Staaten.

Da fliegt es dahin, das Drehbuch, an dem der Autor viele Monate lang gewerkelt hatte! So viele schlaflose Nächte. So wundgetippte Finger. Und sein Script war überraschend und originell, und phantasievoll war es auch, jawohl – doch wahrscheinlich war genau das der Fehler. Gerüchten zufolge sollen die Autoren Charlie Kaufman und Paul Thomas Anderson einige Jahre lang durch die Weltgeschichte kutschiert sein, um alle Konfettistückchen ihrer Drehbücher „Being John Malkovich“ und „Magnolia“ wiederzufinden und in aller Seelengeduld neu zusammenzukleben, damit die Filme doch noch in die Kinos kommen konnten.

Und auch der Autor mit dem verheulten Gesicht fährt los, um sein Werk zu retten ...

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26.7.03
"... Für eine Fernsehserie über 'Baaders Frauen' oder für das RTL-2-Movie 'Mach mir die Knarre scharf. Die heißen Nächte der Terroristenbräute' ist die Zeit trotzdem nicht reif, 'Bild' ist noch dagegen. Also wird man sich noch ein paar Jahre mit 'Hitlers Frauen' von Guido Knopp begnügen müssen, da waren ja auch scharfe Bräute darunter."

Harald Martenstein denkt im Tagesspiegel darüber nach, wie man den Mythos von Osama bin Laden, der RAF oder von Hitler zerstören könnte.

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Unglaublich unsinnig und ungemein unterhaltsam, diese Flashmobs.

Und ob ich das irgendwann auch bei mir in der Provinz beobachten kann, dass eine Horde wahnsinniger Menschen in ein Geschäft rennt, sich dort für kurze Zeit aufhält, dabei vielleicht telefoniert und das Etablissement ein paar Minuten später ganz plötzlich wieder verlässt? Ach ja, es ist ja wieder Sommerschlussverkauf, hätte ich fast vergessen.

In diesem Sinne:

"... keine Aktionen, kein Protest, kein Bedarf, meine politische Meinung zu einem gewissen Thema zu hinterfragen."

Willkommen in den United States of Whatever, im Land der unbegrenzten Unsinnigkeiten.

Gefunden bei more than just a place.

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20.7.03
Leider habe ich die Wirkung von Tsatsiki unterschätzt - gut, dass ich heute Nacht nicht neben mir schlafen muss.

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16.7.03
Das Bild bietet eine so schöne Vorlage - spontan würde mir die Unterschrift "Heiligenschein überm Sparschwein" einfallen.

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12.7.03


Allein für diesen Artikel lohnt es sich, heute die "Frankfurter Rundschau" zu kaufen. Wer also wird Friedmans Nachfolger? Wer könnte eine Talkshow auf dem freigewordenen Sendeplatz bekommen?

Henryk M. Broder vielleicht?

"Friedman-Faktor: Mittel. Broder ist ähnlich selbstverliebt - zumindest, was seine gedanklichen Ergüsse angeht, die er mittels eigener Homepage unter das Volk bringt. Seine Web-Adresse hat er groß auf die Heckscheibe seines japanischen Kleinwagens geklebt, manchmal trägt er sie auch auf einem gelben T-Shirt spazieren. Er ist genauso polemisch wie Friedman, dankenswerterweise aber ohne dessen politische Korrektheit. Wer traut sich sonst, Friedman einen 'weißen Neger' zu nennen.
...
Außerdem ist Broder so gern im Fernsehen, dass er sich die Bilder einer Talk-in-Berlin-Sendung, in der er vor Jahren einmal Gast war, prompt in sein Fotoalbum geklebt hat."



Oder Wolf von Lojewski?

"Nachdem er das Heute-Journal jahrelang mit ruhigem Gestus moderiert hat, dürfte eine Talkshow eine leichte Übung für ihn sein. Möglich aber, dass er zu besonnen dafür ist und die Gäste durch seinen sonoren Ton eingeschläfert werden. Wer hört nicht lieber Wolf von Lojewski über die Welt erzählen als selbst zu reden?
...
Zudem wäre Lojewski noch am ehesten die Gegenmedizin zum Un-Journalisten Johannes B. Kerner, der im ZDF zeitgleich die Gäste mit Schleim überzieht."



Wie wäre es mit Alice Schwarzer?

"Jedes von ihr geführte Interview in Emma ist immer auch ein Selbstgespräch, indem sie zuweilen selbst in der Dritten Person auftaucht. Bei weiblichen Gästen besteht zudem die Gefahr, dass jedes Thema auf feministische Grundsätze gebürstet wird. Wahrscheinlichkeit: Ziemlich gering - weil sie eine Frau ist. Und von denen gibt es in Talkshows schon genug. Bald kommt Sandra Maischberger, Gabi Bauer und Sabine Christiansen gibt's schon. Noch eine wäre dann wirklich zu viel des Guten."


Vielleicht aber auch Daniel Cohn-Bendit?

"Beherrscht sämtliche Sabine-Christiansen-Gesten von vorgetäuschter Nachdenklichkeit bis zu gestisch angemeldetem Zweifel. Kann aber auch richtig hochgehen, wenn Unsinn geredet wird. Das wäre im deutschen Fernsehen neu.
...
Friedman-Faktor: Hätte Erich Honecker damals schon die Möglichkeit gehabt, sich eine Homepage zu basteln, hätte sie wahrscheinlich ausgesehen wie die von Cohn-Bendit: Mehr Bilder von sich selbst gehen kaum drauf."

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11.7.03
Heute bin ich schwer enttäuscht worden. Von der Kassiererin im Supermarkt hätte ich gerne so etwas gehört wie "Dass es solche Menschen wie Sie noch gibt!" oder "Sie sind ja erstaunlich ehrlich!" oder "Wenn ich an Ihrer Stelle gewesen wäre, hätte ich mich nicht darauf hingewiesen!", aber stattdessen entfuhr ihr ein "Oh, Sie haben Recht. Dann muss ich Ihnen wohl 20 Cent mehr abziehen. Einen Moment, bitte."

Die Zeitung, die ich mir gekauft habe, hat 1,60 gekostet, und wenn ich nicht so blöd gewesen wäre und der Kassiererin gesagt hätte, dass sie mitnichten 1,40, sondern einen Tucken mehr kostet, hätte ich Geld gespart. Wenn ich doch wenigstens Buddhist wäre - dann könnte ich jetzt hoffen, ein paar positive Karmapunkte eingesackt zu haben.

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Allein für diese Kolumne lohnt es sich, morgen die "Süddeutsche Zeitung" zu kaufen. Eigentlich bin ich fast immer von den Glossen von Juan Moreno begeistert, aber diesmal ist sie noch um einiges besser als sonst.

Die Kolumne im Schnelldurchlauf - denn wir haben ja keine Zeit.

"Es gibt Bilder von hässlichen Babies , von super hässlichen Babies – und es gibt Babybilder von mir. ... Ich sehe auf allen Bildern wie eine dieser genmanipulierten Tomaten aus, deren Einführung die Europäische Union zu verhindern versucht. Meine Mutter hat mir einmal erzählt, was die Nonne in dem katholischen Krankenhaus bei meiner Geburt gesagt hat. Die Frau hielt mich im Arm, schaute mich eine Weile an und sagte: Das ist ein, ein...ein interessantes Kind.

Ich finde viele Dinge interessant. Ein Buch von Updike, oder Georg W. Bush bei Günther Jauch, oder die Frage, warum plötzlich alle in den Zeitungen mephistophelisch und kafkaesk schreiben, statt teuflisch und unheimlich – das ist interessant. Aber nicht ein Neugeborenes. Wahrscheinlich meinte die Nonne pummelig, verpennt, hässlich, grenzwertig, doch die Gute brachte es nicht über ihr andalusisches Herz, mich vor meiner Mutter so zu nennen. Ich möchte gar nicht wissen, wie mich eine Berliner Hebamme genannt hätte."

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8.7.03
Durch Zufall - oder besser gesagt: Perlentaucher.de - habe ich die Kolumne "Ostblöckchen - Neues aus der Zone" der "Frankfurter Rundschau" gefunden. Und habe gelacht. Früher, in der DDR, war es wohl doch nicht nur schlecht. Ein bisschen schön wird es dort wohl auch gewesen sein.

Trotzdem bin ich glücklich, dass ich im Zonenrandgebiet groß geworden bin und nicht in dieser kommunistischen, trostlosten, grauen, unerträglichen, honeckerigen, nach Zwei-Takt-Motoren stinkenden Welt ein paar Kilometer weiter östlich.

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1.7.03
Das also war die erste "Harald-Schmidt-Show" am Montag. Und hier ein vollständiger Mitschnitt der Pressekonferenz zur Sendung.

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